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Wer zahlt die Entrümpelung nach einem Todesfall?

Aktualisiert am 11. Juni 2026 · 5 Min. Lesezeit
Kurz & knapp

Nach einem Todesfall zahlen in der Regel die Erben die Entrümpelung – die Kosten werden aus dem Nachlass beglichen. Bezog die verstorbene Person Sozialleistungen, ist kein Vermögen vorhanden und sind die Erben selbst bedürftig, kann das Sozialamt die Grundkosten übernehmen. Schlagen alle das Erbe aus, trägt der Staat die Kosten.

Nach einem Trauerfall stellt sich oft schnell die Frage: Wer zahlt die Entrümpelung der Wohnung oder des Hauses? Die Antwort hängt von Erbschaft, Nachlass und Mietverhältnis ab. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Fälle verständlich.

Grundregel: Die Erben zahlen

In den meisten Fällen sind die Erben für die Entrümpelung verantwortlich. Nach deutschem Erbrecht gehen mit dem Erbe nicht nur Vermögenswerte, sondern auch Verpflichtungen über. Die Kosten der Wohnungsauflösung werden aus dem Nachlass bezahlt – also aus dem, was die verstorbene Person hinterlassen hat.

Wann zahlt das Sozialamt?

Das Sozialamt kann die Kosten übernehmen, wenn alle folgenden Punkte zutreffen:

  • Die verstorbene Person bezog bis zum Tod Leistungen (z. B. Grundsicherung/Sozialhilfe).
  • Es ist kein verwertbarer Nachlass vorhanden, der die Kosten deckt.
  • Die Erben sind selbst bedürftig und können die Kosten nicht tragen.

Das Sozialamt übernimmt dann nur die günstigsten Grundkosten einer einfachen Entrümpelung. Wichtig: Den Antrag möglichst vor Beauftragung stellen.

Wenn niemand erbt

Schlagen alle Erben das Erbe aus oder gibt es keine Erben, fällt der Nachlass an den Staat (Fiskuserbschaft). Dann trägt der Staat auch die Kosten der Räumung – allerdings nur im Rahmen des vorhandenen Nachlasswertes.

Mietwohnung: Vorsicht bei laufenden Kosten

Bei einer Mietwohnung läuft der Mietvertrag nach dem Tod zunächst weiter. Erben sollten das Mietverhältnis zügig kündigen, da sonst weiter Miete anfällt. Die Wohnung muss in der Regel besenrein übergeben werden.

Erbe überschuldet? Frist beachten

Ist der Nachlass überschuldet, können Erben das Erbe innerhalb von 6 Wochen ausschlagen (Frist ab Kenntnis). Dann müssen sie die Entrümpelung nicht bezahlen – erhalten aber auch nichts aus dem Nachlass.

Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Bei komplexen Erbfällen wenden Sie sich an einen Anwalt oder Notar.

Steuertipp

Die Kosten einer Entrümpelung oder Haushaltsauflösung nach einem Todesfall können als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich geltend gemacht werden (bis zu 20 % der Arbeitskosten). Heben Sie die Rechnung auf.

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Häufige Fragen

Wer zahlt die Entrümpelung nach einem Todesfall?
In der Regel die Erben, finanziert aus dem Nachlass. Bezog die verstorbene Person Sozialleistungen und ist kein Vermögen vorhanden, kann das Sozialamt die Grundkosten übernehmen.
Zahlt das Sozialamt die Entrümpelung?
Nur in engen Grenzen: wenn die verstorbene Person Sozialleistungen bezog, kein verwertbarer Nachlass vorhanden ist und die Erben selbst bedürftig sind. Übernommen werden nur die günstigsten Grundkosten.
Muss ich als Erbe die Entrümpelung zahlen, wenn ich das Erbe ausschlage?
Nein. Wer das Erbe fristgerecht (innerhalb von 6 Wochen ab Kenntnis) ausschlägt, muss die Entrümpelung nicht bezahlen – erhält aber auch nichts aus dem Nachlass.
Ist die Entrümpelung nach einem Todesfall steuerlich absetzbar?
Ja, als haushaltsnahe Dienstleistung lassen sich bis zu 20 % der Arbeitskosten von der Steuer absetzen. Voraussetzung sind eine ordentliche Rechnung und eine unbare Zahlung.

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